Unterschiede

Ich liebe die Unterschiede. Juhu! Hallo!
Ja schön, schön, schön, dass es sie noch gibt.
Ich dachte ja schon es gäb’ gar keine mehr,
Unterschiede. Ich hab mich ganz doll ich euch verliebt!

Obwohl wir nun erst 1 1/2 Wochen hier sind, ist uns schon einiges begegnet, das etwas anders läuft als in Deutschland. Manches kann einen ganz schön verwirren, wenn man es nicht weiß:

  • Stockwerke: Hier werden sie anders nummeriert. Was in Deutschland das Erdgeschoss ist, ist hier der 1. Stock, der 1. Stock ist hier der 2. Stock usw. Dadurch verläuft man sich anfangs schon ab und zu. Andi versucht eigentlich regelmäßig mit dem Aufzug in den 1.Stock zu fahren und wundert sich, dass der Aufzug nicht reagiert… er ist eben schon im Erdgeschoss.
  • Augenkontakt: Unterhält man sich mit einem Finnen, gewinnt man leicht den Eindruck, dass sich das Gegenüber entweder furchtbar langweilt oder null an dem interessiert ist, was man gerade erzählt. Denn ein Finne schaut während eines Gespräches wirklich überall hin, außer einem in die Augen. Dass er trotzdem zuhört, erkennt man dann daran, dass er antwortet. Hören und Sehen sind ja auch zwei unabhängig voneinander funktionerende Systeme…
  • Milch: Greift man im Supermarkt einfach blind ins Milchregal, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass man welche mit 0% Fett erwischt. Ja, die gibts wirklich, für uns schmeckt sie allerdings sehr gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen s****** . Hier ist sie vermutlich deshalb so beliebt, weil die Finnen unheimlich viel Milch trinken. Nämlich zu jeder Mahlzeit mindestens ein Glas! Andi hat damit auch schon angefangen, er möchte schließlich ein richtiger Finne sein. Das benutzt er übrigens auch des Öfteren als Ausrede um nicht mit mir reden zu müssen…
  • Winterdienst: Gibt’s nicht – so sieht es zumindestens aus. Denn Salz gestreut wird hier nirgends. Deswegen gibt es aber auch nicht diesen ekligen Salz-Schnee-Wasser-Matsch, der immer auf deutschen Straßen liegt und erst recht für Glätte sorgt. Nein, das tritt und fährt sich einfach fest und gut ist. Nur an den Furchen, die die Tramschienen erzeugen kann man sehen, wie hoch die Schneeschicht tatsächlich ist. Naja, eines machen sie aber doch gegen den Schnee, sie laden ihn auf Lastwägen und karren ihn aus der Stadt…
  • Warteschlangen: Eigentlich überall da, wo es eine Warteschlange geben könnte, muss man sich eine Nummer ziehen. Dann kann man sich entspannt hinsetzen und muss nicht in der Reihe stehen und aufpassen, dass sich keiner vordrängelt. Wobei das auch nicht passiert, wenn es doch mal eine richtige Schlange gibt. Die Finnen stellen sich da nicht so an, die stellen sich einfach an (hahaha)! Und das gerne, ordentlich, mit gebührendem Abstand zum Vordermann und ohne zu nörgeln (soweit ich weiß gilt das auch für Rentner im Supermarkt).

Finnen sind depressive Trinker, Finninnen auch.
In Finnland gibt’s gar keine Unterschiede,
Achtung, Achtung, Reisewarnung, Reisewarnung.
In Finnland wird es nie richtig dunkel,
In Finnland ist die Nacht so wie der Tag.
Das Finnland da sieht aus wie alter Kinderbrei,
Ich frag mich wer dahin noch verreisen mag.

Also, einen depressiven Finnen haben wir bis jetzt noch nicht getroffen! Alle wirkten bis jetzt ganz fröhlich, sodass wir diesen Punkt nicht wirklich bejahen können. Wirklich verneinen können wir dafür den zweiten nicht. Es ist zwar nicht so, dass einem ständig betrunkene Finnen auf der Straße entgegentorkeln, aber es gibt schon einige Hinweise darauf, dass sie einfach gerne viel und häufig trinken. Auf eine Einladung zur Saunaparty fragte Andi, z.B, ob denn da auch Alkohol im Spiel wäre. Die beiden Finnen schauten sich daraufhin vollkommen entgeistert an und sagten: “Natürlich! Deshalb machen wir das ja! In der Sauna trinken wir Bier!”. Auch eine Tradition an finnischen Unis lässt tief blicken: Ein sogenannter sitsit oder Sitz ist ein regelmäßig veranstaltetes Essen, bei dem Trinklieder gesungen werden und jeweils danach ein Schnaps oder Punsch getrunken wird. Natürlich gibt es mehr als ein Trinklied, und da die Finnen sich ja bekanntlich nicht so gerne unterhalten, muss eben umso öfter gesungen werden…

Richtig dunkel wird es hier eigentlich immer, dafür gibt es aber ausreichend Tage an denen es nicht richtig hell wird. Aber keine Sorgen, ein paar Mal haben wir die Sonne schon gesehen! Ob es bei uns noch oder schon dunkel ist, könnt ihr übrigens prima hier sehen.

Wir sind uns auf jeden Fall jetzt schon 100% sicher, dass Finnland eine Reise wert ist!

Eine Reise innerhalb Finnlands haben wir übrigens auch schon geplant und gebucht: Am 16.März fahren wir mit anderen Austauschstudenten für eine Woche nach Lappland!

So, zum Schluss gibts das ganze Lied von Rainald Grebe zum Text von oben zu hören.

Viel Spaß dabei!

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